AssmannPeiffer berät als Kanzlei für Energierecht speziell auch Mandanten mit Fragestellungen zu Power-to-X und intelligenter Nutzung von Stromüberangeboten im Stromnetz.

Technologien für die Energiewende

Power-to-X für ein stabiles Stromnetz

Als Power-to-X, kurz PtX oder P2X, bezeichnet man innovative Technologien, mit deren Hilfe Strom aus erneuerbaren Energiequellen wie Photovoltaik und Windkraft intelligent gespeichert oder genutzt werden kann, wenn es zu einem Stromüberangebot in Stromnetz kommt.

Erneuerbare Energien mit Power-to-X speichern und umwandeln

Mit Power-to-X gibt es schon heute klimaneutrale Verfahren und Technologien, um trotz schwankender Einspeisung aus erneuerbaren Energien eine stabile Versorgung und ein stabiles Stromnetz zu gewährleisten.

Der Clou: Aufgrund der Sektorenkopplung kann Energie über Power-to-X-Anwendungen aus dem Strommarkt auch in den Verkehrssektor, Wärmesektor oder Gebäudesektor verlagert werden. Derart wird die Netzstabilität und die Verbrauchsorientierung durch die Power-to-X-Anlagen gestärkt.

Flexibilisierung der Energiesektoren

Power-to-X-Anlagen ermöglichen also eine sektorenübergreifende Nutzung von Energieträgern beziehungsweise eine Interkonnektion der Energienetze. Die Grenzen zwischen den herkömmlichen Energiesektoren werden fließend, das zeigt insbesondere das Beispiel Elektromobilität.

In Zeiten eines Überangebots an Wind- oder Solarstrom lässt sich dieser sinnvoll für andere Anwendungen nutzen:

  • Power-to-Heat: Überschüssiger Strom wird zur Wärmeerzeugung genutzt. Dadurch werden fossile Energieträger verdrängt.
  • Power-to-Gas: Aus überschüssigem Strom wird mittels Elektrolyse Wasserstoff und Sauerstoff erzeugt. Diese Gase können energetisch oder industriell genutzt werden. Wasserstoff lässt sich auch in einem zweiten Schritt zu Methan verarbeiten – und bindet dabei noch das Treibhausgas CO2.
  • Power-to-Mobility: Überschüssiger Strom wird entweder direkt in die Batterien von Elektrofahrzeugen eingespeist. Oder es wird Kraftstoff erzeugt, der wiederum Erdgas bzw. Benzin ersetzt. Diese Kraftstoffe sind auf die Biokraftstoffquote (nach § 37a BImSchG) anrechenbar.
  • Power-to-Industry: Überschüssiger Strom wird in industriellen Prozessen eingesetzt.

Rechtliche und regulatorische Hürden bei den Energiekonzepten

Zukünftig wird es weitere Entwicklungen der Power-to-X-Technologien geben. Hierbei wird es auch darum gehen aus den Technologien attraktive und rentable Geschäftsmodelle zu innovieren.

Power-to-X-Anlagen lassen sich beispielsweise am Regelenergiemarkt vermarkten. So können Power-to-Gas- und Power-to-Heat-Anlagen negative Sekundärregelleistung erbringen oder als zuschaltbare Last eingesetzt werden.

Um die Präqualifikation dieser Anlagen für den Regelenergiemarkt durch den zuständigen Übertragungsnetzbetreiber zu erhalten, sind gesetzliche und behördliche Vorgaben zu beachten.

Förderungen für Power-to-X-Anlagen

Bei der Errichtung von Power-to-Heat-Anlagen ist eine netzentgeltoptimierte Einbindung in bestehende Standorte zu verfolgen.

So kann im Einzelfall ein hoher Baukostenzuschuss vermieden werden, indem die Anlage in eine Kundenanlage i.S.v. § 3 Nr. 24a EnWG integriert wird. Zusätzlich kann von atypischen Netzentgelten nach § 19 Abs. 2 StromNEV profitiert werden.

Für Power-to-Gas-Anlagen ist auch eine Zertifizierung nach der BioKraft-NachV denkbar, um an der Biokraftstoffquote des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG) teilzunehmen.

Fazit

Die rechtlichen Rahmenbedingungen für Power-to-X-Anlagen sind im Umbruch, entscheidende Anpassungen sind zu erwarten. Als Experten im Energierecht behalten wir Rechtsanwälte von AssmannPeiffer die gesetzlichen Vorgaben für unsere Mandanten daher genau im Blick – vor allem auch auf europäischer Ebene.

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