AssmannPeiffer berät als Kanzlei für Energierecht speziell auch Mandanten mit Fragestellungen zum Rechtsrahmen der Digitalisierung der Energiewende durch Blockchain und Smart Contracts.

Digitalisierung durch Blockchain und Smart Contracts

ENERGIEWENDE 4.0

Die Energiewende hat das digitale Zeitalter erreicht: Das Internet der Dinge und die Wirtschaft 4.0, aber vor allem Blockchain und Smart Contracts werden Energiesysteme effizienter, flexibler und dezentraler machen. Erste Anwendungen sind Micro-Grids, EE-Strom basierte Währungen und Prämiensysteme, Last-variable Stromtarife und neue E-Mobility-Konzepte. In Zukunft dürften sie auch bei virtuellen Kraftwerken, Metering, Abrechnung und Clearing eingesetzt werden.

Das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende markierte den Anfang einer grundlegenden Transformation des Energiesystems. Eine Schlüsselrolle kommt in Zukunft sog. Blockchain-Systemen zu. Deren bekannteste Anwendung ist die digitale Währung Bitcoin. Die Blockchain ist eine Voraussetzung für Smart Grid-Systeme, da es die Kosten von Mikro-Transaktionen erheblich senkt, Aggregatoren wie Energieversorger ersetzt und zugleich Systemdienstleistungen auf der Makroebene verbessern kann.

Die Blockchain ist – vereinfacht ausgedrückt – ein Register, das Transaktionen aufzeichnet. Neue Transaktionen werden in einem Block zusammengefasst und mit den bereits verblockten Transaktionen in einem kryptographisch geschützten Verfahren verkettet. Vertrauen in dieses Register entsteht dadurch, dass es mehrfach und dezentral gespeichert und aktualisiert wird. Damit entsteht ein digitaler, öffentlicher Nachweis, der die digitale mit der analogen Welt in vertrauensstiftender Weise verbindet, ohne dass es dafür einer zentralen Überwachungsstelle oder -behörde bedürfte.

Blockchain und Smart Contracts automatisieren das Energiesystem.

Die Blockchain wird ihr Potential aber erst dann ausschöpfen können, wenn sie Smart Contracts integrieren kann. Smart Contracts sind Algorithmen, die vertragliche Rechte und Pflichten in ein digitales Protokoll umwandeln und sodann automatisch ausführen („self-executing“). Je intelligenter die Algorithmen sind, desto komplexere vertragliche Abreden lassen sich automatisieren.
Es liegt nahe Blockchain und Smart Contracts bei Last- und Strompreis-variablen Energielieferverträgen einzusetzen. Auch können dezentrale Versorgungsmodelle bei hinreichender Digitalisierung der Verbrauchsgeräte noch stärker vernetzt und flexibilisiert werden. Schließlich wird die Technologie vor allem im Bereich der E-Mobilität die Abrechnung und Messung vereinfachen.

Die Energiewende 4.0 öffnet den Energiemarkt noch weiter für innovative Unternehmen. Deren Geschäftsmodelle bedürfen aus rechtlicher Sicht einer weitsichtigen Umsetzung, da unterschiedliche Bereiche des Energierechts berührt werden. Von der zivilrechtlichen Frage des Vertragsschlusses über das AGB-Recht und den Inhalt von Stromlieferverträgen bis hin zu den Rechten und Pflichten des sog. „Prosumers“ aus dem Energiewirtschaftsgesetz. Datenschutz spielt genauso eine Rolle wie das Messstellenbetriebsgesetz, das IT-Sicherheitsgesetz und das Eichrecht.




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Oliver Lohmann

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