Befreiung von staatlichen Umlagen

STROMNEBENKOSTEN SPAREN.

In kaum einem Land der Europäischen Union sind die Strompreise so hoch wie in Deutschland. Der Grund dafür sind aber nicht etwa höhere Erzeugungskosten, sondern die Nebenkosten wie Steuern, EEG-Umlage und Netzentgelte. Sie allein machen 75 Prozent der Stromkosten aus.

Diese immensen Kosten belasten viele Unternehmer. Deshalb hat der Gesetzgeber zum Schutz der Wirtschaft zahlreiche Befreiungstatbestände und Sonderregelungen geschaffen, durch die sich die Stromnebenkosten reduzieren lassen. So können zum Beispiel stromkostenintensiven Unternehmen gem. §§ 63 ff. EEG 2017 weitestgehend von der EEG-Umlage befreit werden. Ferner können sich Eigenversorger gem. § 61 EEG 2017 teilweise von der EEG-Umlage entlasten. Dieses sog. Eigenversorgerprivileg bietet Raum für Gestaltungsmöglichkeiten: Verbraucher können über Pachtmodelle zum Anlagenbetreiber werden und dadurch ihre Kosten optimieren. Für Bestandsanlagen, die vor August 2014 in Betrieb genommen wurden, gelten zudem weitere Übergangsregelungen.

Auch bei der Stromsteuer gibt es Sondertatbestände: So kann gem. § 9 Abs. 1 Nr. 1 StromStG der aus erneuerbarer Energie erzeugte Strom von der Stromsteuer befreit werden. Außerdem ermöglicht § 9 Abs. 1 Nr. 3 StromStG in bestimmten Konstellationen eine stromsteuerfreie Lieferung bei Erzeugungseinheiten bis 2 MW. Insbesondere bei Modellen der dezentralen Stromversorgung kann so Stromsteuer gespart werden. Auch beim sog. Spitzenausgleich gem. § 10 StromStG muss Stromsteuer nur eingeschränkt abgeführt werden.

Befreiungstatbestände und Sonderregelungen nutzen.

Weitere Optimierungsmöglichkeiten bestehen bei den Netzentgelten: So fällt für ein atypisches Nutzungsverhalten nur das individuelle Netzentgelt gem. § 19 Abs. 2 Satz 1 StromNEV an. Auch bestimmte Großverbraucher mit konstanter Bandabnahme können von der Begünstigung durch § 19 Abs. 2 Satz 2 StromNEV profitieren. Eine zusätzliche Optimierung lässt sich durch die Errichtung einer Kundenanlage i.S.v. § 3 Nr. 24a EnWG erreichen.

Damit Energieverbraucher und -erzeuger das maximale Einsparpotential bei den Stromnebenkosten nutzen können, müssen sie ihr Energieerzeugungs- und ‑verteilungskonzept auf die rechtlichen Rahmenbedingungen des Energierechts abstimmen. Meist müssen dazu Verträge umstrukturiert, Nutzungsprofile verändert und Zuständigkeiten umverteilt werden.




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Dr. Max Peiffer

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