Rechtsberatung zu Power to X

Flexibilitätsoptionen

POWER TO X.

Das Schlagwort Power-to-X steht für intelligente Nutzung von Stromüberangeboten im Netz. In den nächsten Jahren werden diese neuen Konzepte kontinuierlich zunehmen, da sie eine Sektorkopplung ermöglichen und damit einen wertvollen Beitrag zur Netzstabilität leisten.

Über P2X-Anwendungen kann Energie aus dem Strommarkt auch in den Verkehrssektor und den Wärmesektor verlagert werden. Die Grenzen zwischen den herkömmlichen Energiesektoren werden fließend, das zeigt insbesondere das Beispiel Elektromobilität. P2X-Anlagen ermöglichen also eine sektorenübergreifende Nutzung von Energieträgern bzw. eine Interkonnektion der Energienetze.

In Zeiten eines Überangebots an Wind- oder Solarstrom lässt sich dieser sinnvoll für andere Anwendungen nutzen:

  • Power-to-Heat: Überschüssiger Strom wird zur Wärmeerzeugung genutzt. Dadurch werden fossile Energieträger verdrängt.
  • Power-to-Gas : Aus überschüssigem Strom wird mittels Elektrolyse Wasserstoff und Sauerstoff erzeugt. Diese Gase können energetisch oder industriell genutzt werden. Wasserstoff lässt sich auch in einem zweiten Schritt zu Methan verarbeiten – und bindet dabei noch das Treibhausgas CO2. Methan wiederum lässt sich speichern oder in das Gasnetz einspeisen.
  • Power-to-Mobility: Überschüssiger Strom wird entweder direkt in die Batterien von Elektrofahrzeugen eingespeist. Oder es wird Kraftstoff erzeugt, der wiederum Erdgas bzw. Benzin ersetzt. Diese Kraftstoffe werden zukünftig auf die Biokraftstoffquote (nach § 37a BImSchG) anrechenbar sein.
  • Power-to-Industry: Überschüssiger Strom wird in industriellen Prozessen eingesetzt.

P2X-Anlagen lassen sich am Regelenergiemarkt vermarkten. Power-to-Gas- und Power-to-Heat-Anlagen können insbesondere negative Sekundärregelleistung erbringen oder als zuschaltbare Last eingesetzt werden. Um die Präqualifikation dieser Anlagen für den Regelenergiemarkt durch den zuständigen Übertragungsnetzbetreiber zu erhalten, sind gesetzliche und behördliche Vorgaben zu beachten.

Mehr Netzstabilität durch Sektorkopplung.

Bei der Errichtung von Power-to-Heat-Anlagen ist eine netzentgeltoptimierte Einbindung in bestehende Standorte zu verfolgen. So kann im Einzelfall ein hoher Baukostenzuschuss vermieden werden, indem die Anlage in eine Kundenanlage i.S.v. § 3 Nr. 24a EnWG integriert wird. Zusätzlich kann von atypischen Netzentgelten nach § 19 Abs. 2 StromNEV profitiert werden.

Für Power-to-Gas-Anlagen ist auch eine Zertifizierung nach der BioKraft-NachV denkbar, um an der Biokraftstoffquote des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG) teilzunehmen. Hierzu gibt es bereits erste Pilotprojekte, welche die Machbarkeit klären sollen. Die rechtlichen Rahmenbedingungen für P2X-Anlagen sind im Umbruch, entscheidende Anpassungen sind zu erwarten. Die gesetzlichen Vorhaben sind daher genau im Blick zu behalten – vor allem auf europäischer Ebene.




Ihr Ansprechpartner:

Dr. Max Peiffer

Dr. Max Peiffer
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